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Überstunden nachweisen: Was du dafür wirklich brauchst

Überstunden Zuletzt geprüft:

Kurz gesagt: Schreib nicht nur auf, wann du gekommen und gegangen bist. Notiere auch, warum es länger ging und wer das wollte oder wusste. Denn für die Bezahlung von Überstunden musst du im Streitfall zwei Dinge zeigen: dass du länger gearbeitet hast und dass der Arbeitgeber dafür verantwortlich ist.

Zwei Dinge musst du zeigen können

Das Bundesarbeitsgericht verlangt für die Bezahlung von Überstunden grundsätzlich:

  1. Dass du länger gearbeitet hast. Also an welchen Tagen, von wann bis wann.
  2. Dass der Arbeitgeber dahintersteht. Das ist der Teil, an dem viele scheitern.

Dass dein Arbeitgeber selbst verpflichtet ist, die Arbeitszeit zu erfassen, ändert daran nach Ansicht des Gerichts nichts. Deine eigene Notiz bleibt also wichtig.

Vier Wege, wie der Arbeitgeber „dahintersteht“

Es reicht, wenn einer davon zutrifft:

WegWas das bedeutetWas du aufschreibst
AngeordnetJemand hat die Mehrarbeit verlangtWer, wann, wie (mündlich, Chat, Mail) und wie viel
GebilligtJemand hat die Stunden hinterher genehmigtWelche Stunden, wann und wie bestätigt
GeduldetDer Arbeitgeber wusste von den Überstunden und hat weitere zugelassenWann er davon erfahren hat und was danach passiert ist
NötigDie Arbeit war in der normalen Zeit nicht zu schaffenWelche Aufgabe, welche Vorgabe, was dazwischenkam

Dass du einfach länger da warst, reicht nicht. Und eine Bitte unter Kollegen ist noch keine Anordnung des Arbeitgebers.

So sieht eine gute Notiz aus

Mittwoch, 21.10.: Geplant 8:00 bis 16:30 Uhr, Pause 12:00 bis 12:30 Uhr. Tatsächlich bis 17:15 Uhr gearbeitet. Um 16:15 Uhr hat Teamleitung Sara im Team-Chat geschrieben, dass die Lieferung für Firma X heute noch raus muss. Chat-Nachricht gespeichert. Notiz geschrieben um 17:25 Uhr.

Damit ist klar: wie lange, warum und wer es angeordnet hat. Und weil die Notiz am selben Tag entstanden ist, wirkt sie glaubwürdig.

Das Beispiel ist erfunden und dient nur der Veranschaulichung.

Ein paar Regeln für deine Notizen:

  • Am selben Tag schreiben. Je später, desto weniger glaubwürdig.
  • Konkret statt allgemein. „Viel zu tun“ erklärt nichts. „Kollegin krank, Inventur allein gemacht“ schon.
  • Ehrlich bleiben. Wenn du dir bei einer Uhrzeit unsicher bist, schreib das dazu.
  • Änderungen sichtbar machen. Streich nichts weg, sondern ergänze mit Datum.

Diese Unterlagen helfen zusätzlich

UnterlageWas sie zeigen kannWas sie allein nicht zeigt
DienstplanWas geplant warWie lange du wirklich gearbeitet hast
Nachricht oder Mail vom VorgesetztenDass Mehrarbeit verlangt wurdeOb du durchgehend gearbeitet hast
Vom Chef abgezeichneter StundenzettelDass er die Zeiten kannte und gebilligt hatOb die Überstunden bezahlt werden müssen
Bestätigte ZeitkorrekturDass ein bestimmter Tag geändert wurdeDass auch Geld fließt
Kollegin oder Kollege, die es mitbekommen habenWas sie selbst gesehen habenDen ganzen Tag

Ein abgezeichneter Stundenzettel ist besonders wertvoll. Das Bundesarbeitsgericht hat 2019 entschieden, dass vom Vorgesetzten bestätigte Zeiten als Billigung der Überstunden gelten können.

Was du nicht tun solltest

  • Keine heimlichen Tonaufnahmen. Das ist in Deutschland strafbar.
  • Keine fremden Daten sammeln. Kunden-, Patienten- oder Firmenunterlagen gehören nicht auf dein privates Handy. Notiere nur, worum es ging.
  • Nichts erfinden oder aufrunden. Eine einzige falsche Angabe kann alle anderen unglaubwürdig machen.

Und dann?

Sprich Abweichungen möglichst zeitnah an und bitte darum, die Stunden zu bestätigen oder auszugleichen. Wichtig: Eine Notiz ist noch keine Forderung. Steht in deinem Vertrag eine Ausschlussfrist, musst du deine Überstunden innerhalb dieser Frist beim Arbeitgeber einfordern, meist in Textform, also zum Beispiel per Mail. Wie das geht, steht in Ausschlussfristen: Warum Überstunden verfallen können.

Ob dir am Ende Geld, Freizeit oder ein Zuschlag zusteht, hängt von deinem Vertrag und einem möglichen Tarifvertrag ab. Bei Gehältern über der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung gibt es zum Beispiel oft keinen Anspruch auf extra Bezahlung. Geht es um viele Stunden oder um Geld, lass dich beraten, etwa bei deiner Gewerkschaft oder einer Fachanwältin für Arbeitsrecht.

Wie Diurano dabei hilft

Liegt deine Woche über dem Soll, fragt Diurano nach dem Gehen kurz nach: Wer hat die Mehrarbeit veranlasst, warum, und wer war dabei? Alles ist freiwillig und in Sekunden erledigt. Fotos von Nachrichten oder Dienstplänen hängst du direkt an den Tag. Und den Stundenzettel kannst du dir vom Chef bestätigen lassen und das gleich in der App festhalten.

Quellen

Neue Tipps per Mail

Du bekommst zuerst eine Mail zur Bestätigung. Abmelden geht jederzeit mit einem Klick. Mehr dazu im Datenschutz.

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